Mittwoch, 9. April 2014

Greenpeace Experte: Atomkraft ist unverzichtbar

Der Klimawissenschaftler James E. Hansen fordert neue Atomkraftwerke, weil er die Emissionen von Kohlekraft für zu gefährlich für das Klima hält.

Wenn ein Land wie China in den kommenden Jahrzehnten nicht massiv in Nuklearenergie investiert, wird unser Planet gegrillt, sagt der renommierte US-Klimaforscher und ehemalige NASA-Experte Hansen im Interview mit dem Greenpeace Magazin. Zwar seien auch erneuerbare Energien eine Option, jedoch nicht in allen Regionen der Welt.

Hansen ist der bekanntesten Klimawissenschaftler unserer Zeit. Als einer der ersten sagte er 1981 den Klimawandel voraus. Heute tourt der US-Forscher und Aktivist um die Welt und fordert neue Atomkraftwerke, um die Nutzung fossiler Rohstoffe zu reduzieren, insbesondere die Verstromung der extrem klimaschädlichen Kohle, die zuletzt stark angestiegen war.
Politik und Wirtschaft feiern derzeit neue Möglichkeiten der Ausbeutung fossiler Energien wie das Fracking, in der Hoffnung, dadurch die Energiepreise wieder senken zu könnensagt Hansen dem Greenpeace Magazin. Tatsächlich könnten es sich die Industriestaaten aber nicht leisten, die vorhandenen Reserven an Öl, Kohle und Gas auszubeuten so würde der Klimawandel angeheizt und der Planet für nachkommende Generationen zerstört werden.

Atomkraft könne zudem der Schlüssel zur Entwicklung und Bekämpfung der Armut sein, so Hansen. Bisher haben diese Aufgabe die Fossilen erfüllt. Von denen müssen wir uns aber nun endgültig befreien. Als bezahlbare Alternative kommt für mich vor allem die Atomkraft in Frage.” 
Zwar halte er Industrieländer wie Deutschland für vorbildlich, die versuchen den Energiebedarf mit Erneuerbaren und ganz ohne Atomkraft zu decken. Deutschland ist ein reiches Land und hat sehr viele fähige Ingenieure. Es hat das Potential, diese Herausforderung zu meistern. Im Moment sehe er aber auch, dass Deutschland die höchsten kohlebedingten CO2-Emissionen seit den 1990er Jahren aufweise. 
Die größten Wirtschaftsmächte  USA, EU und China  müssten sich beim kommenden Klimagipfel auf eine Steuer für fossile Energien einigen. Das sei die zentrale politische Maßnahme, die umgesetzt werden müsse, sagte Hansen dem Greenpeace Magazin.

Vito Avantario und Kurt Stukenberg
Das ganze Interview mit Hansen finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Greenpeace Magazins. Sie erhalten das Heft am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus oder im Abo für 31 Euro im Jahr.

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